Schwindelsprechstunde
Schwindel kann viele Ursachen haben und in den meisten Fällen lässt sich auch eine Ursache feststellen, die in vielen Fällen auch behandelt werden kann. Schwindel ist ein ein Symptom, das die meisten Betroffenen verunsichert, da entweder entweder im Liegen oder Stehen und in der Bewegung sich Alles dreht oder schwankt. Viele haben auch das Gefühl, dass sie fallen und sich nicht mehr auf den Beinen halten können.
Schwindel kann eine ganze Reihe von Ursachen haben. Es können vorliegen:
- körperliche Störungen oder Erkrankungen
- psychische Gründe
- Nebenwirkungen von Alkohol oder Medikamenten
- Altersbegleiterscheinungen
Schwindel – Körperliche Störungen und Erkrankungen
Schwindel kann harmlos sein, wenn er regelmässig und häufig auftritt und Sie beunruhigt, ist eine Abklärung sicherlich sinnvoll.
Ursachen für Schwindel können sein:
- Probleme des Gleichgewichtsorgans (Lagerungsschwindel, Entzündung des Gleichgewichtsnerven)
- zu hoher oder zu niedriger Blutdruck
- Verspannungen des Nackens und der Halswirbelsäule
- Augenerkrankungen mit visuellen Wahrnehmungsstörungen
- Migräne
- Unterzuckerung, Blutarmut
- Flüssigkeitsmangel
- Schlaganfall
- Demenz, Parkinson
Schwindel – Lagerungsschwindel
Zu den körperlichen Ursachen für Schwindelanfälle gehört am häufigsten der gutartige Lagerungsschwindel. Man nimmt an, dass er durch winzige Kristalle («Steinchen»), in den Bogengängen des Innenohres verursacht wird. Wenn der Betroffene nun den Kopf bewegt, werden die Steinchen im Bogengang herumgeschleudert und irritieren die Flimmerhärchen, was dann das Schwindelgefühl auslöst. Von 100 Menschen bekommen im Schnitt zwei im Laufe ihres Lebens diesen gutartigen Lagerungsschwindel, der gut mit einem Befreiungsmanöver behandelt werden kann.
Schwindel – multifaktorieller Schwindel bei alten Menschen
Mit zunehmendem Lebensalter verändert sich die Sehkraft, das Gehör wird schwächer, Muskelkraft und Koordinationsfähigkeit werden geringer, die Nervenempfindlichkeit nimmt ab. Sinne und Motorik tragen im Zusammenspiel dazu bei, dass der Körper das Gleichgewicht halten kann. Eine schlechtere Reizverarbeitung und geringere Reaktionsfähigkeit können bei älteren Menschen Unsicherheits- und Schwindelgefühle begünstigen. Auch typische Altersbegleiterscheinungen wie Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Stoffwechselstörungen und Parkinson können das Gleichgewichtssystem einschränken. Als Folge von Schwindelgefühlen und Unsicherheit stürzen ältere Menschen schneller. Mit gezielten Gleichgewichtsübungen und körperlicher Fitness kann man hier erfolgreich gegensteuern.
Schwindel – psychische Gründe
Wenn ein Schwindel psychische Ursachen hat, dann spricht man vom psychogenen Schwindel oder phobischen Schwindel. Seelische Belastungen, berufliche Probleme oder ungelöste (familiäre) Konflikte können ihn hervorrufen. Für die Betroffenen ist er meist mit grossem Leidensdruck verbunden. Mit dieser Form des Schwindels müssen Sie nicht leben, wenden Sie sich an einen Facharzt und schildern Ihre Symptome. Mit therapeutischer Hilfe und/oder Medikamentengabe kann der psychogene Schwindel gut behandelt werden.
Wenn Sie unter Schwindelbeschwerden leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Denn nur er kann durch sorgfältige Diagnose abklären, welche Form von Erkrankung dahintersteckt. Im Gespräch mit dem Arzt müssen Sie die Art Ihres Schwindels genauer beschreiben (Anamnese):
- Wie äussert sich der Schwindel? Drehen, Schwanken, Fallen, Benommenheit?
- Wie lange hält er an? Sekunden, Minuten? Stunden, Tage, Wochen? Längere Zeiträume?
- Was verstärkt ihn? Bestimmte Bewegungen, plötzliches Aufrichten? Kopfschmerzen? Bestimmte Situationen? Medikamenteneinnahme?
- Welche Begleiterscheinungen beobachten Sie? Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen, Hörstörungen? Übelkeit? Nackenbeschwerden? Angst? Drohende Ohnmacht?
Aus den gesammelten Informationen kann der Arzt erste Hinweise erhalten. An diese Befragung schliesst sich die körperliche Untersuchung an. Geprüft werden Blutdruck und Puls, Halswirbelsäule und Bewegungsmuster, Augen und Ohren, Gehirn und Nervensystem, Koordination und Gangsicherheit.
Bei allen Formen von Schwindelgefühlen ist es wichtig, die genaue Ursache herauszufinden. Da Schwindel ein Symptom ist, das auf eine körperliche oder psychische Störung hinweist, ist die genaue und individuelle Diagnostik wichtig. Wenn dann feststeht, was die Schwindelgefühle hervorruft, lässt sich auch gut gegensteuern. Gut die Hälfte der Betroffenen hat eine körperliche oder organische Störung, die vom entsprechenden Facharzt behandelt werden muss. Bei der anderen Hälfte kommen als Ursache meist in Betracht:
- Altersschwindel
- psychogener Schwindel
- Lagerungsschwindel
Altersschwindel
Wichtig für die Arzt-Patienten-Beziehung ist, dass die Betroffenen sich mit ihren Ängsten und Unsicherheitsgefühlen ernst genommen fühlen. Dem Altersschwindel kann man gut mit entsprechender Physiotherapie und Gleichgewichtstraining begegnen. Bewegung ist hier in jedem Fall besser als Ruhe. Aktiv zu bleiben verbessert die Durchblutung, hält Muskeln und Gelenke fit und schult die Koordinationsfähigkeit.
Psychogener Schwindelfrei
Psychotherapie und eventuell für ein gewisse Zeit angstlösende Medikamente können der richtige Weg bei psychogenem Schwindel sein. Vertrauen Sie als Betroffener darauf, dass Sie die Schwindelgefühle mit der Zeit in den Griff bekommen können. Holen Sie sich therapeutische Unterstützung, um den Situationen besser begegnen zu können, in denen Ihnen „schwindelig“ wird. Auch wenn die Schwindelgefühle im Moment nicht einfach auszuhalten sind, stellen Sie sich dem Alltag und lernen Sie, mit Konflikten anders umzugehen.
Lagerungsschwindel
Bei einem gutartigen Lagerungsschwindel sind gymnastische Übungen sinnvoll. In umfangreichen Studien hat man festgestellt, dass verschiedene Lagerungstechniken gut helfen können. Beim Arzt bekommen Sie diese Dreh-, Haltungs- und Lagerungsübungen genau gezeigt. Bis zum Abklingen der Beschwerden sollten Sie sie dann regelmässig zu Hause durchführen. In der Regel sind Ihre Beschwerden nach etwa einer Woche verschwunden.
